Kuriosithek – das Wörtchen der Woche lautet: Larifari

Weiße Schrift und Schreibfeder-Icon auf schwarzem Hintergrund: Kuriosithek - Larifari | Klopfecke - Texte mit Geist

 

Lustige Wörter – wo kommen sie her, was wollen sie uns sagen. 

Da sitze ich hier friedlich vorm Rechner, um an meinem aktuellen Text zu werkeln, recherchiere nichtsahnend vor mich hin, da huscht mir das Wort „Larifari“ in den Fokus.

Hab ich schon mal gehört, klar.

Damit drückt man aus, dass jemand etwas nur schnell und oberflächlich erledigt und sich dabei nicht gerade überschlagen hat.

„Hast du die Küche geputzt?“ „Ja, aber nur so larifari!“

Unwillkürlich frage ich mich, wo dieses Wörtchen eigentlich herkommt. Wer hat sich das wohl ausgedacht? Und schon ist es passiert: Das Larifari spukt mir im Kopf herum und will beachtet werden.

Da ich nun schon mal abgelenkt bin, habe ich mich auf Spurensuche begeben und einiges über Larifari herausgefunden. Und da mir Derartiges öfter passiert, dachte ich mir, ich mach daraus einfach eine Serie für meine Facebook-Seite. So entstand die Kuriosithek mit dem „Wörtchen der Woche“. Das kam recht gut an, denn offenbar interessieren sich doch ganz schön viele Leute für ungewöhnliche Wörter und ihre Geschichte.

So ist daraus tatsächlich eine kleine wöchentliche Kolumne geworden.

Damit sich noch mehr Leute an den spannenden Erkenntnissen und Geschichten rund um die seltsamen Sprachschnipsel erfreuen können, gibt es die Kuriosithek jetzt auch auf meinem Blog.

Du möchtest doch bestimmt auch unbedingt wissen, wo diese ulkigen Schätzchen ihren Ursprung haben, oder?

Wusst ich’s doch!

Hiermit eröffne ich also feierlich die Zweigstelle meiner kleinen Kuriosithek in der Klopfecke!

Larifari darf nun mit stolz geschwellter Brust den Anfang machen:

Larifari - Lustloses Getue und bedeutungslose Silben

Wie schon gesagt, wird larifari gern gebraucht um deutlich zu machen, dass sich jemand bei dem, was er tut, keine Mühe gibt. Hier haben wir larifari als Adjektiv.

Larifari gibt’s aber auch als Substantiv. Es bezeichnet dann eine inhaltsleere Rede und kann als niedliches Synonym für sinnloses Gelaber herhalten.

Das ist übrigens auch die ursprüngliche Bedeutung von Larifari, wir nähern uns also der Entstehung des Wörtchens. Es war nämlich so:

In Italien lebte mal ein Mönch namens Guido von Arezzo, der sich gern mit Musik auseinandersetzte. Die bestand zu seiner Zeit hauptsächlich aus sakralem Gedudel und pathetischen Gesängen. Guido zerbrach sich den Kopf darüber, wie er es den Sängern einfacher machen könnte, sich bestimmte Tonfolgen zu merken und kam auf die Idee, den Tönen Silben zuzuordnen. Er erfand die sogenannte Solmisation. Hast du bestimmt schon mal gehört: So La Ti Do Re Mi Fa So             

Die Silben standen nur für die zugeordneten Töne und hatten ansonsten nichts zu bedeuten.

Nun kam es, dass der F-Akkord besonders häufig vorkam. In Silben gesungen: La Re Fa Re

Und weil die Leute gern Naheliegendes nutzen, um auszudrücken, was sie meinen, wurde die Silben-Kombi zum stellvertretenden Namen für das, was sie war: Eine inhaltsleere Rede.

So gelangte Larifari in die Sprachwelt und hielt Einzug in den täglichen Gebrauch.

Toll, oder?

1930 erschien sogar ein Film mit dem Titel „Das Kabinett des Dr. Larifari“, eine absurde Parodie auf den berühmten Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“.

Irgendwie passend, nicht wahr?

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Liebe Dorit,

    das ist ja witzig. Eine richtig gute Idee, diese Wörter, die man einfach ganz oft benutzt, mal zu hinterfragen. Das sind wirklich tolle Geschichten. Wenn ich mir eine merke, könnte ich damit auf jeden Fall mal bei einer Partyy punkten. Die Betonung liegt auf „wenn“.

    Aber ich weiß ja jetzt, wo ich nachschauen kann.

    Liebe Grüße und ein tolles Wochenende
    Andrea

    1. Dorit Flor

      Vielen Dank, liebe Andrea! 😃
      Genau, sie liegen hier warm und trocken herum und warten darauf,
      liebe Leser:innen erfreuen zu dürfen. 😊
      Und es kommen regelmäßig neue dazu.

      Dir auch noch ein famoses Wochenende
      Liebe Grüße
      Dorit

Schreibe einen Kommentar