Die Texterin aus der Klopfecke und die Bucket-List

Die Texterin aus der Klopfecke und die Bucket-List

Hast du eine Bucket-List, also eine Liste mit Dingen, die du in deinem Leben noch machen, erleben, sehen, hören oder lernen willst? Ich hab jetzt eine. Die liebe Lisa Mümmler von Lizzies Welt hat nämlich zu einer Blogparade aufgerufen. Und da ich mir vorgenommen habe, an ganz vielen Blogparaden teilzunehmen, mache ich bei „Lizzies Wunschkonzert: Meine persönliche bucket list“ einfach mal mit.

 

Und wieso heißt das jetzt “Bucket List”?

Der Begriff „Bucket List“ wurde unter anderem durch den US-amerikanischen Film „The Bucket List“ (deutscher Titel: Das Beste kommt zum Schluss) mit Morgan Freeman und Jack Nicholson bekannt. „To kick the bucket“ ist eine umgangssprachliche Redewendung, die das Lebensende umschreibt, und wahrscheinlich auf den Brauch zurückgeht, verstorbenen Menschen Weihwasser aus einem Eimer (bucket) auf die Füße zu träufeln. In der deutschen Synchronfassung heißt die Liste „Löffel-Liste“ – eine Liste mit Dingen, die noch zu erledigen sind, bevor „man den Löffel abgibt“. Man könnte also auch „Gras-Liste“ oder „Radieschen-Liste“ dazu sagen.

Lizzies Blogparade ist für mich ein Experiment, denn eigentlich bin ich keine Freundin solcher Listen. Ich führe keine Liste mit Büchern, die ich noch lesen will, interessanten Orten, zu denen ich reisen will oder Gegebenheiten, die ich gern Wirklichkeit werden lassen möchte. Ich hab eine To-Do-Liste und eine Ideen-Liste. Das war’s. Natürlich habe ich, so wie du und wahrscheinlich auch jeder andere Mensch, Träume, Wünsche und Ziele – und es gibt selbstverständlich auch Bücher, Filme, Theaterstücke und Veranstaltungen, die mich interessieren und die ich unbedingt mitnehmen will. Aber das alles habe ich bis jetzt ausschließlich in den grauen Zellen unter meiner Schädeldecke verwahrt. Auf die Idee, das mal aufzuschreiben und dann auch noch mitzuteilen, bin ich gar nicht gekommen.

 

Radieschen-Liste: Wunschliste plus Dankbarkeits-Verzeichnis

Ich war überrascht, wie viel Spaß es mir gemacht hat, diese Liste anzulegen und mit meinen Sehnsüchten zu füllen, nicht zuletzt, weil mir dabei bewusst geworden ist, wie viel sich von dem, was ich mir immer gewünscht habe, schon erfüllt hat. Somit konnte ich gleich ein paar Häkchen setzen und dadurch die Dinge, die ich mir gewünscht habe, zu Dingen machen, für die ich heute dankbar bin. Außerdem ist es, wie du weißt, einfach ungemein befriedigend, Punkte auf einer Liste abhaken zu können ist. Ich habe meine Radieschen-Liste deshalb in zwei Abschnitte aufgeteilt – Wünsche, die sich schon erfüllt haben und solche, die noch anstehen.

So, nun aber zur Liste!

Dorits Radieschen Liste:

Geschafft – erfüllte Träume

  • Germanistik studieren (und das Studium erfolgreich abschließen): Ja, damit habe ich mir tatsächlich einen meiner Lebensträume erfüllt, und ich musste einiges dafür tun, ihn überhaupt in greifbare Nähe rücken zu lassen. Meine Eltern wollten damals nicht, dass ich studiere – O-Ton: „Waaas, du willst an die Uni? Wie lange willst du uns denn noch auf der Tasche liegen?“ – und ich hatte weder genug Rückendeckung noch Rückgrat, um mich gegen sie durchzusetzen. So folgten nach dem Abi erst mal eine kaufmännische Ausbildung, die erste eigene Wohnung und dann ein halbes Jahr Festanstellung. Als mein Leben endlich mir gehörte, hatte ich keine Bedenken mehr, zu tun, was ich wirklich wollte. Ich bewarb mich an der Uni Hamburg und stellte sogar einen Antrag auf einstweilige Anordnung, um einen Studienplatz zu erhalten. Hat geklappt!
  • An einem aufregenden Ort wohnen: Hat sich auch erledigt. Während meines Studentinnen-Daseins durfte ich in einer Zweier-WG in einem abgerockten Bau auf St. Pauli hausen – mit Blick auf den Hans-Albers-Platz. Das war ‘ne Zeit – nach vier Jahren hat’s mir aber gereicht.
  • Teil einer Band sein: Für zwei musikalische Kombos durfte ich schon in die Tasten hauen, mit einer davon bin ich sogar aufgetreten – bei einer Gartenparty unterm Obi-Pavillon.
  • Mit dem Schreiben meinen Lebensunterhalt bestreiten und einer Arbeit nachgehen, die mich erfüllt und glücklich macht: Als freie Texterin hab ich mir den richtigen Job dafür ausgesucht, finde ich.
  • Einen Arbeitsplatz finden, an dem ich mich richtig wohlfühle: Es lebe die Klopfecke!
  • Eine Rundreise durch Schottland machen
  • In einem alten schottischen Schloss übernachten: Das ist während der erwähnten Rundreise geschehen. Das Schloss heißt Carbisdale Castle, liegt in der Nähe von Loch Shin und beherbergt ein ziemlich cooles Youth Hostel.
  • In der Karibik schnorcheln gehen und viele exotische Fische sehen: Nach meinem letzten Tag als Angestellte hab ich mir mit meinem Liebsten zwei Wochen Curaçao gegönnt.
  • Einen Segeltörn machen
  • „Ulysses“ von James Joyce, Goethes „Faust“, „Die Elixiere des Teufels“ von E.T.A. Hoffmann und viele weitere tolle Klassiker lesen.
  • Ein Buch schreiben: Vor einiger Zeit habe ich für meinen Lieblingsmenschen eine lustige Weihnachtsgeschichte geschrieben, die demnächst noch mehr Leute zu lesen kriegen werden.
  • Ein Open-Air-Festival besuchen: Das wird einfach nie langweilig. ^^
  • In ein fernöstliches Land reisen.

 

(Noch) unerfüllte Wünsche  

  • An ganz vielen Blogparaden teilnehmen: Ich arbeite daran. 🙂
  • Eine Blogparade veranstalten: Die liebe Lizzie hat mich inspiriert. Die Idee muss aber noch ein Weilchen wachsen.
  • Den Mann heiraten, den ich liebe: Mit dem üblichen Familien-Gedöns – Kerl, Kinder, Kate – konnte ich nie viel anfangen und hab mir das auch nie gewünscht, da ich die Familie, aus der ich stamme, nicht als etwas besonders Erstrebenswertes erlebt habe. Aber manchmal geschehen eben Wunder, mit denen keiner rechnet. Es gibt tatsächlich ein passendes Gegenstück zu mir eigentümlicher Figur, mit dem viele Jahre harmonische Zweisamkeit möglich sind. Bald machen wir das offiziell.
  • Einen Roman schreiben (oder mehrere): Auch das ist in Arbeit.
  • Eine Buchmesse besuchen
  • In einem Eishotel übernachten
  • Die Aurora borealis mit eigenen Augen sehen
  • Eine Postschiff-Reise mit Hurtigruten durch Norwegen machen
  • Nach Kambodscha reisen und Angkor Wat besichtigen
  • Nach Neuseeland reisen: Ja, weil ich ein großer Tolkien-Fan bin! ^^
  • Mit einem Drachen fliegen: Ich meine natürlich das Luftsportgerät. 😉
  • Singen lernen
  • Dudelsackspielen lernen: Auf einem Workshop mit Alexander Zwingmann beim letzten Autumn Moon Festival hab ich Blut geleckt.
  • „Unschuld“ von Jonathan Franzen, „Die Wurzeln des Lebens“ von Richard Powers und „Tyll“ von Daniel Kehlmann lesen: Sämtliche Bücher aufzuzählen, die ich in meinem Leben noch lesen will, würde diese Liste sprengen. Viele davon sind außerdem noch gar nicht erschienen. Darum hab ich mich erst mal auf die wichtigsten drei beschränkt.
  • Das Musical „Tanz der Vampire“ sehen
  • Eine Vorlesung von Richard David Precht besuchen
  • Kostümiert zu einer Cosplay-Con gehen
  • Einmal beim ConQuest dabei sein und eine Woche in Mythodea verbringen: Beim größten Live Action Role Play Deutschlands mitmachen, das wär schon was …
  • Die Wannseekonferenz“ schauen: Bis jetzt konnte ich mich noch nicht dazu überwinden.
  • Ein mittelalterliches Gewand nähen
  • Alle Gebiete in Guild Wars 2 erforschen

 

Das war‘s – erstmal. Sicherlich werden im Laufe der Zeit noch ein paar Punkte dazukommen oder wegfallen, denn Wünschen und Sehnsüchten ändern sich mit dem Leben. Wenn ich in einem Jahr auf diese Aufzählung schaue und einige Punkte von meiner Wunschliste ins Dankbarkeits-Verzeichnis übertragen kann, freue ich mich auf jeden Fall wie Agent Coulson über seine signierte Captain-America-Sammelkarte. Jetzt hängt diese Liste neben meinem Schreibtisch an der Wand und gibt mir jeden Tag einen weiteren Grund, erwartungsfroh nach vorn zu schauen.
Geniale Sache, so eine Bucket-List. Danke, liebe Liezzie!

Verrätst du mir, was auf deiner Liste steht?

2 Antworten auf Die Texterin aus der Klopfecke und die Bucket-List

  • Hi Dorit,
    ich bin gerade durch Zufall auf deinen Beitrag gestoßen und habe so erfahren, dass du ja auch bei meiner Blogparade mitgemacht hast. Schade, dass du deinen tollen Text nicht unter der Parade verlinkt hast, dann hätte ich ihn in mein Resümee mitaufnehmen können. Trotzdem toll, dass du dabei warst 🙂

    Herzliche Grüße
    Lizzi

    • Hey Lizzi,
      vielen Dank für dein Feedback – und natürlich für die coole Blogparade, bei der
      ich sehr gern dabei war! 🙂
      Stimmt, ich hab ganz vergessen, noch einen Kommentar zu schreiben und
      den Beitrag bei dir zu verlinken.
      Das nächste Mal denke ich ganz bestimmt dran! 😉

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