Deinen Content aufpeppen – mit kreativen Vergleichen

Deinen Content aufpeppen – mit kreativen Vergleichen

Ich liebe Vergleiche! Für mich sind sie wie der Muskat im Kartoffelbrei, der aufgestickte Drache auf meiner Lieblingshandtasche oder das Feuerspektakel beim In-Extremo-Konzert. Sie sind nicht notwendig, aber sie machen das, was es zu sagen gibt, vorstellbarer und damit greifbarer. Einfallsreiche, lustige oder besonders anschauliche Vergleiche ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und sorgen dazu noch dafür, dass Inhalte länger im Gedächtnis bleiben. Das funktioniert übrigens nicht nur bei Texten, sondern auch bei Videos und Podcasts.

Wahrscheinlich bist du jetzt so gespannt wie eine Geigensaite und möchtest wissen, wie das geht. Verrate ich dir doch gerne!

 

Mit der Aufmerksamkeit verhält es sich im Grunde wie mit einer anspruchsvollen Katze: Um ihr Interesse zu wecken, müssen wir ihr etwas anbieten, dass sie besonders gern mag. Dann leitet sie das, was man ihr vorsetzt, auch gern an ihren Magen, das Gedächtnis weiter. Das heißt: Inhalte, die mit ein paar schmackhaften Leckerbissen gespickt sind, werden sehr viel lieber vertilgt und bleiben länger hängen als ungewürzte, spröde Informationen. Am besten gefallen der Aufmerksamkeit:

  • Inhalte, die visualisiert werden können, denn in Bildern denken fällt uns leicht.
  • Assoziationen mit Dingen, die wir gut kennen
  • Botschaften, die mit Emotionen verknüpft sind
  • Informationen, die logischen Mustern und Strukturen folgen
  • Lustiges
    (Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass sich unsere Aufmerksamkeit auch über Erotisches freut, aber darauf werde ich aus Geschmacksgründen nicht näher eingehen.)

 

Kreative Vergleiche eignen sich ideal, um deinen Content mit kleinen Aufmerksamkeits-Häppchen aufzupeppen. Wieso kreativ? Weil die Aufmerksamkeit auf Abwechslung steht. Jeden Tag Fischfilet in Aspik ist schnell langweilig und wird irgendwann nicht mehr wahrgenommen. Ausgelutschte Vergleiche mit der Nadel im Heuhaufen, dem Salz in der Suppe oder dem Amen in der Kirche werden die Aufmerksamkeit kaum von ihrem gemütlichen, warmen Plätzchen auf der Küchenbank fortlocken.

Sei fantasievoll! Lass dich von Büchern, Filmen oder Dingen aus deiner Umgebung inspirieren oder denk dir etwas Eigenes aus! Hauptsache, es ist nicht gewöhnlich und altbekannt und die Leute, die du mit deinen Texten, Audios oder Videos erreichen willst, können es verstehen.

 

Wie du Vergleiche nutzen kannst, um deine Leser bei der Stange zu halten

Weil das bei Blogartikeln so üblich ist, da die Aufmerksamkeit beim Lesen von Online-Inhalten ja bekanntlich schneller abnimmt, kommt das Spannendste zuerst. Wie Vergleiche funktionieren, erkläre ich dann weiter unten.

 

Mit Vergleichen die Verständlichkeit erhöhen

Wir alle freuen uns, bewusst oder unbewusst, wenn wir Dinge, Gegebenheiten und Zusammenhänge verstehen. Wenn unsere inneren Glühbirnen zu leuchten beginnen, entsteht plötzlich so ein warmes Gefühl im Bauch: Wir haben ein Erfolgserlebnis und das macht uns glücklich. Deinen Lesern geht es da nicht anders.

Mal angenommen, du bietest ein erklärungsbedürftiges Produkt an und möchtest deinen potenziellen Kunden seine Funktionsweise näherbringen. Du kannst die Funktion Schritt für Schritt erläutern, sodass ein ziemlich langer Text entsteht, durch den sich alle, die das möchten und die es wirklich interessiert, sicher gerne durchwühlen. Der Rest wird sich schnell ermüdet abwenden.

Ein Beispiel:

 

„Die Haustechnik Steuerungsanlage fungiert als Kommando-Schnittstelle, über die Sie sämtliche Geräte und Anlagen im Gebäude einstellen und steuern können.“


Vergleichst du die Funktion hingegen mit etwas, das allgemein bekannt ist, verstehen deine Leser es gleich viel besser.

„Eine Haustechnik-Steuerungsanlage funktioniert wie der Abteilungsleiter in einem Unternehmen, der seinen Mitarbeitern sagt, wann sie was zu tun haben. Sie hingegen sind der Boss, der dem Abteilungsleiter Anweisungen gibt, die er dann an seine Untergebenen weiterleitet.“


Kann man sich doch ganz gut vorstellen, oder?

 

Mit Vergleichen den Nutzen deines Angebots kommunizieren

Auf dieselbe Weise kannst du Vergleiche nutzen, um zu verdeutlichen, was deine potenziellen Kunden von deinem Angebot eigentlich haben. Ein Vergleich liefert ihnen nicht nur ein konkreteres Bild von den Vorteilen, die sie durch das, was du ihnen gibst, genießen. Wenn du einen Vergleichsgegenstand aus einem Bereich wählst, mit dem sich deine Zielgruppe auskennt und identifizieren kann, zeigst du gleichzeitig, dass du ihre Sprache sprichst.

Noch ein Beispiel:

Mal angenommen, du möchtest berufstätige junge Männer, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen haben, dabei unterstützen, schneller erfolgreich zu sein.

Du könntest sagen:

 

„Mit dem passenden Erfolgscoaching kannst du deine persönlichen und beruflichen Ziele viel schneller erreichen.“


Der Leser erfährt, dass er mithilfe des Angebots schneller dahin kommt, wo er hin will. Schön!

Jetzt bauen wir mal einen anschaulichen Vergleich ein:

„Ein auf dich zugeschnittenes Erfolgscoaching wirkt sich auf deine persönliche Entwicklung und deine Karriere aus wie die Lachgaseinspritzung auf einen Rennwagen.“


Hier bekommt dein Leser ein konkretes Bild geliefert, dass er aus Filmen wie „The Fast and the Furious“ kennt: Ein schnittiger Flitzer wird kometenhaft nach vorn katapultiert, sobald der Pilot auf den Turbo-Knopf drückt. Das wirkt cool, souverän und spektakulär.


Ein weiteres Beispiel:

Wir stellen uns vor, du bietest in deinem Online-Shop ausgefallene Mode für Leute an, die eher auf den Nebenarmen des Mainstreams unterwegs sind und möchtest potenzielle Kunden von deinen Produkten überzeugen.

 

„Diese Kunstlederjacke ist dem Kleidungsstil des 19. Jahrhunderts nachempfunden und wirkt mit ihrer leicht rustikalen Optik sowohl lässig als auch elegant.“


Gut, jetzt weiß dein Shop-Besucher über besagte Jacke besser Bescheid. Und was hat er jetzt davon? Das kannst du ihm durch einen Vergleich zeigen:

 

„Mit dieser Steampunk-Jacke in Lederoptik wirkst du wie ein nostalgischer Luftschiffkapitän, der gerade zum nächsten Abenteuer ins viktorianische Zeitalter aufbricht.“


Dein Kunde erhält nicht nur eine tolle Jacke, sondern auch die Möglichkeit, sich wie der Protagonist in einer der spannenden Geschichten zu fühlen, die ihm so gut gefallen.

Gerade bei Dingen, die nicht einfach nur praktisch sind, sondern vor allem einen emotionalen Nutzen haben, sind Vergleiche super, um mit deinen Angeboten bestimmte Gefühle zu assoziieren.

Mit Vergleichen Aufmerksamkeit gewinnen

Vergleiche lassen sich auch wunderbar als Stilmittel nutzen, um deine Leser oder Zuhörer wachzurütteln. Geschieht nichts Interessantes, schaut sich die Aufmerksamkeit gerne mal nach links und rechts um, spielt mit einem spannenden Schnürsenkel und guckt, ob es unterm Sofa nicht noch etwas Aufregendes zu entdecken gibt, obwohl dein Beitrag noch längst nicht zu Ende ist. Stolpert der Leser plötzlich über einen ungewöhnlichen Vergleich, „Huch, was war das denn?“, ist er ZACK wieder mitten im Text.

 

„Mit der Musik steigt und fällt die Stimmung auf der Party. Baue in deine Playlist deshalb verschiedene Songs ein, die auch deinen Gästen gefallen. Du möchtest ja nicht, dass sich einer der Mitfeiernden fühlt wie ein Werwolf, der den ganzen Abend nur Rohkostsalat vorgesetzt kriegt!“


Amüsante Vergleiche haben obendrein einen Unterhaltungswert und geben der Aufmerksamkeit noch mehr Grund, am Ball zu bleiben. Denn wenn das Lesen gerade Spaß macht, warum sollte man damit aufhören?

 

„Das richtige Kleidungsstück für den entsprechenden Anlass zu finden ist für die einen easy, für die anderen wie Sumo-Ringen mit einem Blauwal.“

 

Na, bist du noch da? Super! Dann gehe ich mal davon aus, dass du ganz heiß auf ein paar aufschlussreiche Hintergrundinfos bist.
Also, nichts wie weiter im Text.

 

Was genau ist eigentlich ein Vergleich?

Der Vergleich ist eine sprachliche Methode, bei der zwei Dinge, die sonst eigentlich nichts miteinander zu tun haben, in gleichen Bezug zueinander gesetzt werden, sodass ein Bedeutungszusammenhang entsteht. Dafür werden die Gleichsetzungspartikel „wie“ oder „als“ dazwischengeschoben.

Mit dem Wörtchen „wie“ stellst du eine Gleichheit her, mit „als“ bringst du einen Unterschied zum Ausdruck.

„Seine Verkleidung war so gruselig wie ein Heulen in der Nacht.“

 

„Sie hüpfte wie ein Spatz durch den Garten.“

 

„Er ist langsamer als sie.“

Und wie funktioniert der Vergleich?

So ein Vergleich funktioniert allerdings nur, wenn die beiden Dinge eine Gemeinsamkeit haben, wenn beide bereits einen Bezug zu einem mehr oder weniger offensichtlichen dritten Bedeutungsglied haben, das die Verbindung zwischen beiden herstellt[1].

Bei „Seine Verkleidung war so gruselig wie ein Heulen in der Nacht“ ist „gruselig“ die Gemeinsamkeit. Das Verbindungsglied wird deutlich genannt.

Bei „Sie hüpfte wie ein Spatz durch den Garten“ sind die beiden Teile des Vergleichs durch das Attribut „leichtfüßig“ verbunden, das unsichtbar im Hintergrund bleibt.

Bei „Er ist langsamer als sie“ ist das Verbindungsglied „Geschwindigkeit“.

Sage ich aber: „Das ist so schick wie das Universum“, gibt es weder ein offensichtliches noch ein unsichtbares Verbindungsglied, da sich das Universum weder durch besonders gutes Aussehen noch durch übermäßige Unansehnlichkeit auszeichnet. Dieser Vergleich ist nach hinten losgegangen und hinkt wie Mad Eye Moody.

 

Der ironische Vergleich

Eben hab ich’s schon angedeutet: Du kannst einen Vergleich anstellen, indem du zwei Dinge miteinander gleichsetzt, die einen ähnlichen Bezug zum dritten Bedeutungsglied haben und solche, bei denen die Verbindung zum dritten Glied entgegengesetzt ist und dadurch das genaue Gegenteil ausdrückt.

 

„Die Auswahl auf der Speisekarte war ungefähr so abwechslungsreich wie der Inhalt eines Lochers.“


Ironische Vergleiche können recht vergnüglich sein. Für beide Arten von Vergleichen gilt allerdings: Damit der Sinn darin auch ankommt, müssen alle Kommunikationsteilnehmer über dieselben Wissensbestände verfügen. Soll heißen: Deine Leser, Hörer oder Zuschauer müssen wissen, wovon die Rede ist, sonst kann es passieren, dass sie deinen Vergleich nicht verstehen und sich statt blinkender Lichter düsterer Frust einstellt.

Bei obigem Beispiel kann ich davon ausgehen, dass die meisten Leser meinen Vergleich verstehen, da so gut wie jeder einen Locher zu Hause hat und weiß, dass darin in der Regel nichts als kleine runde Papierplättchen zu finden sind.

Wenn ich hingegen sage:

 

„Die Texte auf der Website mit unzähligen Keywords vollzustopfen, ist heutzutage etwa genauso sinnvoll wie wichtige Log-Dateien nach /Dev/Nul zu schicken“,


werden die IT-kundigen Leser bestimmt schmunzelnd nicken, der Rest wird entweder die Stirn runzeln oder das Ziel der Aussage zwar aus dem Kontext erfassen können, aber ohne den ironischen Aspekt vollständig zu begreifen.

Das kannst du übrigens wunderbar ausnutzen, wenn sich dein Content an eine Zielgruppe richtet, die über ein spezielles Wissen verfügt. Denn mit einem entsprechenden Vergleich signalisierst du: „Hey, wir funken auf einer Wellenlänge!“

Also, nichts wie ran an die Aufmerksamkeit! Ich wette, du hast schon ein paar tolle Ideen, um deine Lieblingsleute zu entzücken. Oder hast du vielleicht sogar schon ein paar im Repertoire, die du gern mal teilen möchtest? Gerne her damit! Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

 

 

[1] Für alle, die’s interessiert: Dieses dritte Glied wird in der Rhetorik und in der Literaturwissenschaft „Tertium Comparationis“genannt.

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