Aller Texte Anfang ist … gar nicht so schwer

Aller Texte Anfang ist … gar nicht so schwer

6 Tipps, die dir dabei helfen, den Schrecken vor dem leeren Blatt zu überwinden und mit deinem Text anzufangen

Du willst einen wichtigen Text für dein Business schreiben – für deine neue Landingpage, deinen Blog oder dein Social-Media-Marketing. Dafür hast du dir extra ein paar Kapazitäten reserviert, eine Zeitinsel in deinen Kalender eingetragen oder dir vorgenommen, die nächste Pause zwischen den anstehenden To-dos dafür zu nutzen.

Du hast dir ein Erfrischungsgetränk bereitgestellt, den Raum gut gelüftete, jetzt setzt du dich hin, öffnest dein Schreibprogramm und – Pustekuchen. Es passiert gar nichts. Das (digitale) weiße Blatt starrt dich herausfordernd an, doch die Inspirationslunte, die das kreative Feuerwerk entfachen soll, will einfach nicht zünden.

An dieser Stelle erstmal ein kleiner Trost: Damit bis du nicht allein.

 

Vielen Leuten fällt es hin und wieder schwer, einen Anfang zu finden und mit dem Schreiben zu beginnen, obwohl sie fest entschlossen sind. Selbst Menschen, die regelmäßig viel schreiben, wie TexterInnen, BloggerInnen, WissenschaftlerInnen oder SchriftstellerInnen, sind vor diesem Unsegen nicht gefeit. Hesse und Hemingway, Rilke und Kafka konnten ein trauriges Lied davon singen!

Und weil ich immer wieder mitbekomme, wie viele Leute tagtäglich mit dem Anfang ihrer Texte ringen, – denn gerade hier zeigt sich das Monster namens Schreibblockade am häufigsten – hab ich mal ein paar Tipps zusammengetragen, mit denen sich der fiese Grottenschrat, der dir den Zugang zu deinem Text versperrt, überlisten lässt.

Einige davon stammen aus meiner persönlichen Werkzeugkiste, andere hab ich bei anderen schlauen Leuten eingesammelt. Denn die Ursachen für solche Anfangsblockaden können ganz verschieden sein und was mir hilft muss bei dir noch lange nicht funktionieren.

Ich hoffe, dass hier etwas dabei ist, was deinen Schreibapparat wieder in Gang bringt. Falls nicht, bist zu herzlich eingeladen, die Sammlung zu ergänzen. 😉

1. Schreiben über das Schreiben oder: Fang mit einem Metatext an

Als Erstes verrate ich dir einen meiner Lieblingstipps, der bei mir super klappt. Deshalb steht er hier auch ganz oben.
Als Texterin weiß ich natürlich, dass sich vor allem am Anfang entscheidet, ob ein Text gelesen wird oder nicht. Das bedeutet: Der erste Satz sollte schon richtig gut sein. Und der erste Absatz, also die Einleitung, ja, die muss reinhauen wie die Machete in die Kokosnuss!

Solch hohe Ansprüche können ganz schön einschüchtern wirken. Neigst du zum Perfektionismus und möchtest am liebsten immer allererste Sahne schlagen, können sie sogar zum nahezu unüberwindlichen Hindernis werden.

Wenn ich merke, dass sich bei mir so eine Blockade aufbaut, fange ich einfach an, darüber zu schreiben, was ich gerade schreiben will – ich schreibe also eine Art Meta-Text.

„Heute möchte ich einen Blogartikel über Anfangsblockaden beim Schreiben verfassen. Das ist mir wichtig, weil ich gemerkt habe, dass viele Leute anscheinend besonders mit dem Anfangen Probleme haben. Der Text soll folgende Punkte behandeln: 1. … „

Das ist natürlich kein glorioser Auftakt und pustet mit Sicherheit keinen Leser aus dem Sessel, muss es aber auch nicht. So ein Ersatz-Anfang wirkt wie eine behelfsmäßige Landungsbrücke, die dich in deinen Text führt.

Sobald du angekommen bist und das Schriftstück weitestgehend fertiggestellt hast, tauschst du das Ganze dann gegen eine schicke Anlegestelle und wirfst den Meta-Text in die Tonne.

Schließlich schreibt dir und mir niemand vor, dass wir den Anfang des Texts zuerst schreiben müssen. Oft kommen die besten Ideen für eine starke Eröffnung sogar erst dann vorbei, wenn wir schon mitten drin stecken.

2. Freewriting oder: Schreib einfach irgendetwas

Das ist eine beliebte und sehr wirksame Kreativtechnik, die auch in Schreibcoachings gern angewendet wird und sowohl Schülern und Studenten als auch Managern und Marketing-Machern schon zurück ins produktive Schreiben geholfen hat.

Dafür schnappst du dir einfach deine Tastatur oder Zettel und Stift und schreibst einfach drauflos, ohne dabei auf Rechtschreibung, Grammatik, Aufbau, Form oder irgendwelche Qualitätskriterien zu achten.

Ob es in deinem Freewriting-Text um deine momentanen Gedanken und Gefühle geht, dein letztes Frühstück oder irgendetwas, das dich schon lange beschäftigt, ist ganz egal – Hauptsache, die Worte fließen.

Wahrscheinlich kommt dabei kein besonders nützlicher Text heraus, den du weiterverwenden kannst. Das macht aber nichts, denn beim Freewriting geht’s nicht um das Werk.

Durch das freie Schreiben werden die Bereiche in deinem Gehirn angeregt, die fürs Schreiben allgemein am wichtigsten sind, und diejenigen außen vor gelassen, die für das Strukturieren, Sortieren und Bewerten angesprochen werden.

Wieso dir das dabei helfen kann, mit deinen Business-Texten anzufangen? Nun, weil einige Abteilungen deiner Schreibzentrale nun schon warmgelaufen sind und es dir dadurch leichter fällt, das ganze Hauptquartier zur Mitarbeit zu bewegen. Leuchtet ein, oder?

3. Braindump oder: Pack deine Sorgen aufs Papier

Es kann durchaus sein, dass es dir nicht gelingt, mit dem geplanten Text zu beginnen, weil dir gerade etwas anderes im Kopf herumspukt und du dich deshalb nicht auf das konzentrieren kannst, was du dir vorgenommen hast. Hier kann eine Runde Braindumping Abhilfe schaffen.

Du öffnest eine neue Datei in deinem Schreibprogramm oder zückst dein Notizbuch – Zettel und Stift tun’s auch – und schreibst auf, was dein Gedanken- und Gefühlsleben gerade so in Beschlag nimmt. Was immer deine Aufmerksamkeit beansprucht, wandert so aus deinem Kopf und aufs Papier.

Dann speicherst du die Datei in einem Extra-Ordner ab und schließt sie, stellst das Notizbuch ins Regal oder faltest den Zettel zusammen und legst ihn in die Schublade.

Dein Bewusstsein registriert: Ok, du hast dich mit der Sache beschäftigt und sie danach weggepackt. Also lässt es dich erstmal damit in Ruhe und du kannst deinen Fokus wieder auf deinen Business-Text richten.

4. E-Mail an dich selbst oder: Wechsle das Format

Unser Gehirn ist ein Gewohnheitstier und entwickelt mit Vorliebe Automatismen für bestimmte Verhaltens- und Reaktionsweisen. Das gilt auch für viele Bewertungsmechanismen. Gerade deshalb lassen sie sich oft mit einfachen Tricks an der Nase herumführen.

Öffnest du dein Schreibprogramm, melden die neuronalen Agenten: Oha, jetzt wird hier ein super wichtiger Unternehmenstext geschrieben! So sind sie es schließlich gewohnt – und lassen prompt alle inneren Kritiker von der Leine.

Wird hingegen „nur“ das E-Mail-Programm oder die Notiz-App geöffnet, hält sich die Alarmbereitschaft häufig in Grenzen – hier ist ja kein so hoher Anspruch gefordert.

Also, warum den Anfang deines Textes nicht einfach als E-Mail an dich selbst, zum Beispiel an deine private E-Mail-Adresse, oder als Notiz schreiben? Später kopierst du das Geschriebene einfach und fügst es in dein Schreibprogramm ein, wo du es in Ruhe überarbeiten kannst.

5. Von der Schrift zur Rede oder: Wechsle das Medium

Während bei den einen ein Austausch des Programms Wunder wirkt, brauchen anderen etwas mehr, um die Hürde vor dem Schreibbeginn zu überwinden, beispielsweise einen Austausch des Mediums.

Stift und Papier statt Tastatur

Wenn es am Computer gerade nicht klappen will, versuch doch einfach mal, deinen Text mit der Hand zu schreiben. Tauschst du die Tastatur gegen Stift und Papier, sinkt sofort die Anspruchshaltung der inneren Kritiker, denn Form und Aufbau verlieren hier an Wichtigkeit und die Fehlertoleranz steigt – denn es ist von vornherein klar, dass du den Text ohnehin nochmal abtippen musst.

Außerdem aktivierst du beim Schreiben mit der Hand mehr kognitive Prozesse und Verbindungen und sprichst auch das Gedächtnis stärker an – das ist wissenschaftlich erwiesen. Aus diesem Grund schreiben viele Leute bestimmte Texte wie Kalendereinträge, Journal-Aufzeichnungen oder Notizen zum Lernen bewusst mit der Hand, denn Handgeschriebenes prägt sich leichter in unserer Erinnerung ein und ermöglicht Assoziationen, die sich beim Tippen gar nicht sehen lassen.

Sprechen statt schreiben

Hilft auch das nicht, darfst du gern noch einen Schritt weitergehen: Wenn es dir gerade schwerfällt, mit dem Schreiben über dein gewähltes Thema zu starten – sprich doch einfach darüber. Reden ist meistens leichter als schreiben.

Und unsere heutige digitale Wunderwelt bietet dir dazu ein paar tolle, praktische Möglichkeiten: Du kannst deinen Text beispielsweise einer Sprachnotiz-App diktieren, die deine Rede direkt in Schrift übersetzt und auf dem Bildschirm anzeigt. Inzwischen gibt es schon ein paar brauchbare kostenlose Transkriptions-Automaten.

Auch hier gilt: Das Ergebnis ist mit Sicherheit nicht perfekt und muss im Anschluss überarbeitet werden – doch wenigstens ist schon mal ein Stück Text da.

6. Schreiben im Park oder: Wechsle die Schreibumgebung

Zuweilen kann sich auch das gewohnte Umfeld lähmend auf den Geist und damit auf das Schreiben auswirken. Warum also nicht einfach mal woanders schreiben?!

Du musst nicht immer am Schreibtisch schreiben

Um nichts in der Welt möchte ich mein liebevoll ausgestattetes Arbeitsplätzchen in meinem Home-Office, sozusagen die reale Manifestation der Klopfecke, missen! Doch ab und zu tut es gut, einfach mal woanders zu schreiben.

Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, ist für mich klar: Hier bin ich bei der Arbeit, hier kreiere ich die ganzen feinen Schriftstückchen für meine Kunden. Wenn ich dann endlich alle offiziellen To-Dos für den Tag abgehakt habe, fühlt es häufig mühsam an, nun auch noch anzufangen, etwas für mein eigenes Business zu schreiben.

Dazu kommt: Ich sehe immer noch dieselben Stifte, Blöcke, Notizen, Ordner und Utensilien wie schon den ganzen Tag. An der Seite thront derselbe Stapel mit Belegen, in den Regalnischen stehen dieselben Bücher und an der Wand daneben hängt dieselbe dunkelbunte Deko wie sonst auch.

Oft ziehe ich dann kurzerhand mit meinem Laptop ins Wohnzimmer. Auf dem Sofa ist es gemütlicher, es herrscht eine andere Stimmung und prompt fühlt sich die Gesamtsituation leichter an, sodass sich doch noch ein Rest Motivation zeigt.

Die „offizielle“ Arbeit ist getan, jetzt darf ich mir für mich und meine eigenen Projekte Zeit nehmen. Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass Texte fürs eigene Business nicht mit Arbeit verbunden sind – aber es muss ich ja nicht immer so anfühlen.

 

Ein Kollege von mir wandert zum Ausbrüten und Aufschreiben neuer Ideen und Themen gern in seinen Bastelkeller, weil ihn die kreative Atmosphäre dort so inspiriert.

Eine Dame, die ich aus einem Kurs kenne, wird vornehmlich in der Küche von ihrer Schreiblust heimgesucht. Deshalb hat sie dort immer ein schönes Notizbüchlein gebunkert. Erlaubt ist, was funktioniert.

Raus aus dem (Home-)Office, aus dem Domizil, aus dem Gebäude!

Die Bude mal für einen oder zwei Tage ganz zu verlassen, kann ebenfalls beflügelnd wirken. Die Synapsen bekommen zur Erfrischung ein paar neue Impulse serviert und eine ungewohnte Umgebung lädt oft zum Ausprobieren ungewohnter Gedankenwege ein.

Als ich an meiner Magisterarbeit gewerkelt hab, sind mir die Stabi und die hiesige Bücherhalle geschätzte Schreibstätten gewesen, denn ich mag den Geruch bedruckten Papiers und die intellektuell anmutende Ruhe, die dort vorherrscht.

Manche Leute haben wiederum gern mal eine gewisse Betriebsamkeit um sich herum. Meine Kolleginnen Anna Koschinski und Katharina Mauder schreiben mit Vorliebe im Café bzw. im Lieblings-Coworking-Space.

Wenn das Wetter es zulässt, gönne ich mir hin und wieder auch einen Schreibtag im Stadtpark. Du glaubst gar nicht, was mir unter einem Baum schon so alles eingefallen ist.

Vielleicht hilft auch dir ein Tapetenwechsel dabei, deiner Schreibblockade ein Schnippchen zu schlagen.

Teste einfach mal aus, was für dich am besten passt.

Schreiben ist für dich schwierig und anstrengend? Hol dir Unterstützung!

So eine Schreibblockade kann eine ganz schön ärgerliche Sache sein, denn sie macht einem unnötig schwer, das eigene Business voranzubringen. Vielleicht hilft dir ja der ein oder andere Tipp aus dieser Sammlung, wenn deine Schreibzentrale das nächste Mal die Mitarbeit verweigert.

Sollte es dir generell schwerfallen, Texte für dein eigenes Business zu schreiben, weil dir das Schreiben nicht wirklich liegt, keinen Spaß macht oder zu viel Kopfzerbrechen bereitet, ist es eventuell überlegenswert, das Ganze auszulagern.

Ja, das ist erlaubt – du musst nicht alles selber machen! Such dir eine fähige Texterin oder einen kompetenten Texter, der zu dir und deinem Business passt, und konzentrier dich auf deine Stärken und Kernkompetenzen!

Gerade als UnternehmerInnen sollten wir nicht den Anspruch haben, alles allein bewerkstelligen und schaffen zu müssen. Gemeinsam geht vieles leichter, glaub mir – denn das darf ich auch immer wieder feststellen.

Und falls du selbst noch einen coolen Tipp oder eine clevere Technik auf Lager hast, die den gemeinen Grottenschrat auf Abstand hält, freue ich mich, wenn du sie weitersagst. Wenn du magst, gern hier in den Kommentaren.

Ich wünsche dir eine freudige Schreibzeit!

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